Deutschland bereitet sich auf unterschiedliche Krisen und Notlagen vor. Dazu gehören Naturkatastrophen und große technische Ausfälle ebenso wie mögliche Auswirkungen einer militärischen Krise oder eines bewaffneten Konflikts.
Die Zivile Verteidigung ist der nicht-militärische Teil der Gesamtverteidigung Deutschlands. Sie soll dazu beitragen, staatliche Funktionen aufrechtzuerhalten, die Bevölkerung zu schützen, die Versorgung sicherzustellen und die Streitkräfte zivil zu unterstützen.
Vorsorge für solche Situationen bedeutet nicht, dass ein bewaffneter Konflikt unmittelbar bevorsteht. Viele mögliche Auswirkungen – etwa Stromausfälle, Störungen der Kommunikation oder Versorgungsengpässe – können auch bei anderen großen Notlagen auftreten. Eine gute Vorbereitung hilft deshalb unabhängig von der Ursache.
Der Zivilschutz ist Teil der Zivilen Verteidigung. Er umfasst die nicht-militärischen Maßnahmen, mit denen die Bevölkerung und wichtige Einrichtungen vor den Auswirkungen eines Krieges geschützt und dessen Folgen gemildert werden sollen. Dazu gehören beispielsweise die Warnung der Bevölkerung, der Selbstschutz sowie Maßnahmen zum Schutz von Gesundheit und Kulturgütern.
Landesverteidigung bezeichnet die militärische Verteidigung Deutschlands. Sie ist Aufgabe der Bundeswehr und eng mit der gemeinsamen Verteidigung der NATO-Partner verbunden.
Der Verteidigungsfall liegt nach dem Grundgesetz vor, wenn Deutschland mit Waffengewalt angegriffen wird oder ein solcher Angriff unmittelbar droht. Grundsätzlich stellt ihn der Deutsche Bundestag auf Antrag der Bundesregierung und mit Zustimmung des Bundesrates fest. Die Regelungen dazu finden sich in Artikel 115a des Grundgesetzes.
Von einem Bündnisfall wird im Zusammenhang mit der NATO gesprochen, wenn ein NATO-Mitglied bewaffnet angegriffen wird und Artikel 5 des Nordatlantikvertrags greift. Ein solcher Angriff wird grundsätzlich als Angriff gegen alle Bündnispartner angesehen. Jeder Mitgliedstaat leistet daraufhin den Beistand, den er für erforderlich hält.
Auch die Europäische Union hat eine Beistandsklausel: Wird ein EU-Mitgliedstaat auf seinem Hoheitsgebiet bewaffnet angegriffen, sind die anderen Mitgliedstaaten zu Hilfe und Unterstützung verpflichtet.
Ein bewaffneter Konflikt kann auch weit entfernt vom eigentlichen Kampfgeschehen Auswirkungen auf den Alltag haben. Betroffen sein können beispielsweise die Energieversorgung, Kommunikationsnetze, Verkehrswege oder Lieferketten.
Dadurch kann es unter anderem zu Strom- und Kommunikationsausfällen oder Einschränkungen bei der Versorgung mit Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten kommen.
In einer großflächigen Notlage können Einsatzkräfte und Behörden nicht überall gleichzeitig helfen. Deshalb ist es wichtig, sich darauf vorzubereiten, für eine gewisse Zeit möglichst selbstständig zurechtzukommen. Auch die BBK-Leitlinien empfehlen, die Möglichkeiten und Grenzen staatlicher Hilfe transparent zu erklären und gleichzeitig die Eigenvorsorge zu stärken.
Eine gute Vorsorge hilft, auch in einer außergewöhnlichen Situation handlungsfähig zu bleiben.
Legen Sie rechtzeitig einen Notvorrat mit Trinkwasser, haltbaren Lebensmitteln, wichtigen Medikamenten und Hygieneartikeln an. Bewahren Sie wichtige Dokumente sicher und griffbereit auf.
Diese Vorsorge hilft nicht nur bei einer militärischen Krise, sondern beispielsweise auch bei einem länger andauernden Stromausfall oder anderen großen Notlagen.
Im Ernstfall informieren die zuständigen Behörden über aktuelle Gefahren und geben konkrete Handlungsempfehlungen.
Nutzen Sie dafür offizielle Warnkanäle wie Warn-Apps, zum Beispiel NINA und KATWARN, sowie den Rundfunk. Je nach Gefahrenlage kann zusätzlich über Sirenen gewarnt werden.
Achten Sie auf offizielle Informationen und prüfen Sie Nachrichten aus unbekannten oder nicht verlässlichen Quellen besonders kritisch.
Informieren Sie sich bereits im Vorfeld darüber, wo Sie vor Ort Informationen und Unterstützung erhalten.
Bei einem länger andauernden Ausfall von Strom, Mobilfunk oder Internet können Notfall-Infopunkte wichtige Anlaufstellen sein.
Befolgen Sie im Ereignisfall die aktuellen Hinweise und Handlungsempfehlungen der Behörden.
Wer vorbereitet ist, kann in einer Notlage schneller reagieren und sich selbst und andere besser schützen.
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